Andrea Ballon

Diplomierte Kunsttherapeutin, Lebens- und Sozialberaterin,
Creativcoach und Künstlerin

 

„Der Klient muss mit einem besseren Gefühl nach Hause gehen als er gekommen ist.“


Seit wann sind Sie selbständig und was war Ihre Motivation?

Ich bin seit 5 Jahren selbständig. Ursprünglich komme ich aus der Gastronomie. Ich habe im elterlichen Betrieb Köchin und Kellnerin gelernt, später leitete ich ein Restaurant. Da die Arbeitszeiten in der Gastronomie nicht gerade familienfreundlich sind, habe ich mich dann mit einem Dameneinzelhandelsgeschäft selbständig gemacht. Es stellte sich bald heraus, dass ich über die Branche nicht ausreichend informiert war und ich musste den Betrieb wieder schließen.
Danach wollte ich mich total verändern. Psychologie hat mich schon immer sehr interessiert und ich begann, in der Telefonseelsorge zu arbeiten. Im Rahmen dieser Tätigkeit machte ich dann auch meine ersten einschlägigen Ausbildungen. Da mir das nicht ausreichte, entschloss ich mich zu einer Lebens- und Sozialberaterausbildung und später zu einer Ausbildung zur Kunsttherapeutin an der Hildegard von Bingenschule. Ich bin ja seit langem auch Künstlerin und Malerin. Damit habe ich die ideale Kombination für mich gefunden.
Bald ergab sich auch die Möglichkeit, eine Lokalität günstig anzumieten, die ich gleichzeitg als Atelier und Praxisraum nützen kann.

 

Was genau bieten Sie an?

Ich biete Kunstherapie und Lebensberatung, vor allem systemische Therapie in Einzel- oder Gruppensitzungen an.  Bei manchen Klienten kommt man mit Gesprächen und Beratungen nicht weiter, für diese eignet sich die Kunsttherapie einfach besser. Der Klient/die Klientin spricht dann nicht über sein Problem, sondern wir sprechen über das Bild, dass er oder sie angefertigt hat. Sehr häufig erkennt er/sie dann selbst seine/ihre Schwachpunkte. Dort arbeiten wir dann gemeinsam aufbauend weiter. Die Kunsttherapie arbeitet auch mit anderen Methoden, wie etwa Tanz oder Musik. Aufgrund meiner Tätigkeit als freischaffende Malerin bevorzuge ich Malen, Zeichnungen und Plastiken.

 

Wie meistern Sie Stolpersteine? Was hilft Ihnen?

Am Anfang war es schwierig. Aufgrund meiner Vorgeschichte hatte ich viele Ängste, es nicht zu schaffen. Mein Mann hat mich vor allem bei der Finanzierung meiner Ausbildungen unterstützt. Moralische Hilfe hatte ich kaum. Deshalb waren die konkreten und praktischen Informationen über Gewerbeanmeldung, rechtliche Situation und eventuelle Förderungen im Gründerinnnenkurs für mich sehr, sehr wichtig.
Eine zusätzliche Hürde in diesem Gewerbe ist, dass die Klienten die Sitzungen selbst bezahlen müssen, weil die Krankenkassen dafür nicht aufkommen. Deshalb schaue ich sehr darauf, dass ich nicht mehr als maximal sechs Sitzungen benötige. Wenn wir effizient arbeiten, ist das durchaus möglich.
Dass ich sehr bald eine zusätzliche Tätigkeit an einer Schule bekam, erleichterte auch den Aufbau der Selbständigkeit. Bis heute arbeite ich dort mit verhaltensauffälligen Kindern und habe damit ein kleines fixes Einkommen.

 

Wo sehen Sie Ihre Stärken?

Ich gebe nicht gleich auf. Meine Ausbildungen und meine Lebenserfahrung haben mich gelehrt, dass nichts so schlimm sein kann, dass es sich nicht bewältigen ließe. Einer meiner Vorteile ist sicher, dass es nicht so viele KunsttherapeutInnen gibt. Der spielerische Zugang der Kunsttherapie lässt vor allem bei Kindern, mit denen ich arbeite, eher den Eindruck entstehen, dass sie in einem Malkurs sitzen, als in einer Therapie. Das ermöglicht ein entspanntes  und unkompliziertes Arbeiten. Es ist mir ein Anliegen, dass der Klient/die Klientin mit einem besseren Gefühl nach Hause geht als er/sie in meine Praxis gekommen ist. Ich gehe immer auf Augenhöhe mit den Menschen, mit denen ich arbeite und bin bestrebt, ein gutes Vertrauensverhältnis aufzubauen. Grundsätzlich biete ich zu Beginn immer erst eine Kennenlernstunde an. Dann kann die Person in Ruhe überlegen, ob die Chemie passt und sich dann wieder melden.

 

Was sind Ihre Perspektiven für die Zukunft?

Mein absolutes Herzensanliegen wäre es, bei auffälligen Kindern so früh wie möglich anzusetzen. Wenn man die Kinder schon in den Kindergärten und den Volksschulen bei den ersten Anzeichen unterstützen könnte, wären viele späteren Schwierigkeiten zu verhindern. Ich würde mir auch wünschen, dass hier von der öffentlichen Hand Mittel zur Verfügung gestellt würden, damit solche Kinder nicht untergehen. In der Arbeit mit Kindern sehe ich den größten Sinn, weil das langfristige Auswirkungen auf die Entwicklung der Kinder und die gesamte Gesellschaft hat. Das wäre eine wirklich sinnvolle Investition in die Zukunft.


Name: Andrea Ballon
Unternehmensname: Kunst- und Kreativwerkstatt
Adresse: Schulstraße 62, 7221 Marz
Mobil: +43 664/405 80 65
E-Mail: andrea.ballon@drei.at
Internet: www.andrea-ballon.at